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Anleitung: Einen guten Businessplan schreiben (Für Start Ups)

Einen guten Businessplan zu schreiben braucht viel Zeit, Geld & Energie. Wir zeigen dir, wie du es am Besten erledigst & dein Start Up richtig startest.

Du hattest gerade die beste Idee, die du jemals hattest und willst jetzt ein Start Up gründen? Dann musst du dich wohl oder üblich auch mit dem Schreiben eines Businessplans befassen. Aber keine Sorge, wir zeigen dir, wie du es am Besten machst.

Wofür brauche ich überhaupt einen Businessplan?

80% der Start Ups ohne Businessplan scheitern, weil sie sich vorher zu wenig mit der Materie befasst haben.

Du solltest unbedingt einen Businessplan schreiben, um dich & deine Idee besser kennenzulernen. Beim Schreiben deines Plans wirst du herausfinden, wie viel Startkapital du brauchst, welche Stärken & Schwächen deine Idee hat und wie man Marketing betreibt.

Auch dient der Businessplan als Grundlage für die Investorensuche. Deine Geldgeber werden den Businessplan gründlich nach Lücken durchforsten, um sicherzustellen dass du alles gut bedacht hast und deine Idee Hand & Fuß hat.

Der Aufbau eines Businessplans

  1. Executive Summary (Zusammenfassung)
  2. Beschreibung des Produkts / der Dienstleistung
  3. Markt & Wettbewerb
  4. Marketing & Vertrieb
  5. Unternehmen & Management
  6. Erfolgs- & Finanzplanung
  7. Umsetzungsplanung
  8. Anhang mit Lebensläufen & Tabellen

Folgend werde ich alle Bausteine erläutern, damit du ganz genau weißt, wie du einen Businessplan schreibst & aufbaust.

1. Executive Summary

Die Zusammenfassung am Anfang. Um Investoren & Banken das Lesen des ganzen Plans zu ersparen, kommen die wichtigsten Dinge ganz am Anfang
zusammengefasst an einen Platz.

Gerne kannst du versuchen, in der Summary Neugierde
aufzubauen, um den Leser dazu zu bewegen, mehr lesen zu wollen.
Oft ist die Executive Summary eines der wichtigsten Dinge, wenn es um den Gewinn von Investoren geht.

2. Das Produkt / die Dienstleistung

Eine gute Geschäftsidee hat 3 Merkmale:

  • Bringt Nutzen für potenzielle Kunden
  • Hebt sich von der Konkurrenz ab (USP)
  • Ist einfach für Außenstehende zu erklären

USP = Unique Selling Proposition (Alleinstellungsmerkmal)

Produktentwicklung

Viele machen den Fehler und erzählen sich selbst & Freunden, wie toll und nützlich das doch ist, was man da erfunden hast. Allerdings kann dir nur deine Zielgruppe verraten, ob dein Produkt wirklich was taugt.

Genau deshalb ist es wichtig, deine Zielgruppe an der Produktentwicklung teilhaben zu lassen. Zum Beispiel kannst du für eine App ausgewählte BetaTester verwenden, welche die App auf Fehler & Mängel durchsuchen.

Ich habe oft Fragebögen oder Online-Umfragen durchführen lassen, um nicht nur einen Überblick über den Markt zu bekommen, sondern auch die wirklichen Probleme der Person zu erfahren.


WICHTIG: Nur weil dir das Produkt sinnvoll erscheint, heißt es noch lange nicht, dass deine Zielgruppe genauso denkt.

3. Markt & Wettbewerb

Die 3 Schlüsselfragen

  1. Was ist dein Markt? Wie tickt er?
  2. Wie groß ist der Markt und wie entwickelt er sich?
  3. Wer sind deine Konkurrenten?

Darüber musst du gut Bescheid wissen

  1. DIE BRANCHE
    Bei dieser Analyse lernst du deine Konkurrenten kennen. Erforsche, wie groß deine Branche ist, welche Betriebsgröße üblich ist und welche Trends aufgrund von Preis und Nachfrage herrschen.
  2. DER MARKT
    Hier analysierst du grob, wer die Nachfrager sind.
    Wichtige Kenngrößen:
  • Marktvolumen: Umsatz pro Jahr
  • Absatzzahlen: Verkaufte Stückzahlen pro Jahr
  • Marktwachstum: in Prozent des Vorjahres

3. DIE ZIELGRUPPE
Google & Facebook Ads erlauben es, durch zielgenaues Targeting deinen perfekten Kunden einfach zu finden. Umso wichtiger ist es deshalb, deine Zielgruppe genau zu definieren.
TIPP: Erschaffe ein bis zwei Buyers Personas!
Das sind Personen aus deiner Zielgruppe. Schreibe im Freundebuch-Stil alles auf was du dir über deinen perfekten Kunden ausgedacht hast.
Dazu zählen Dinge wie:

  • Wohnort
  • Alter
  • Geschlecht
  • Ausbildung
  • Hobbys
  • Beziehungsstatus

Quellen für deine Marktrechereche

Seriöse Infos über Österreichs Wirtschaft
statistik.at

Europäische Marktdaten
epp.eurostat.ec.europa.eu

Nützliche Daten über einzelne Bundesländer
wko.at

Kostenloser Online-Branchen-Check
branchencheck.sparkasse.at

Unternehmens- und Finanzdaten
oenb.at

Internationale Unternehmensdaten
amadeus.bvdep.om

Sollten dort keine passenden Informationen vorhanden sein, kann man sich auf statistica.com detaillierte Marktforschungen kaufen.

4. Marketing & Vertrieb

Eines meiner Lieblingsthemen (natürlich auch mein Fachgebiet) ist das Marketing. Hier geht es darum, dein Produkt richtig zu kommunizieren, um die maximale Anzahl an Leuten zum Kaufen anregen zu können.

businessplan schreiben

Die 3 Hauptthemen

  1. Corporate Identity
  2. Preisgestaltung
  3. Vertrieb

    Auf den nachfolgenden Seiten werde ich genau erklären, was diese Begriffe genau bedeuten & worauf man achten sollte.

Darüber musst du gut Bescheid wissen

  1. CORPORATE IDENTITY
    Hier handelt es sich um das Aussehen und das Verhalten deines Unternehmens. Logos, Farben & Design werden hier festgelegt. Auch das Stichwort Branding fällt hier. Lass dich hier auf jeden Fall von einem Profi beraten, Marken wie Nike & Apple konnten mit der richtigen Corporate Identity den Markt erobern.
  2. PREISGESTALTUNG
    Der Preis deines Produkts verändert die Zielgruppe maßgeblich. Ferrari bedient andere Menschen als Toyota. Um den perfekten Preis für dein Produkt zu finden, musst du zuerst mal die Gewinnmarge errechnen. Also wie teuer das Produkt sein muss, um überhaupt Gewinn machen zu können. Mit einer guten Branding-Strategie
    kann man dann je nach Belieben auch höhere Preise verlangen.
  3. VERTRIEB
    Überlege, wie & wo du deine Produkte oder Dienstleistungen verkaufen willst. Was früher alles Außendienst war, sind heute Online-Shops. Mit einem Online-Shop bist du weder an Öffnungszeiten, noch an einen bestimmten Standort gebunden. Mit Systemen wie Dropshipping muss man nicht mal mehr sein
    eigenes Lager haben.

Das benötigst du für das perfekte Marketing

  1. PUBLIC RELATIONS (PR)
    Tesla hat ohne Werbebudget mehrere Millionen Autos verkauft, nur durch gute PR. Zeitungsartikel, Medienberichte & Fernsehshows bringen dich schneller weiter als jegliche Online Werbung. Dafür musst du aber interessant sein & wissen, wie man viral gehen kann. Bei einem innovativem Produkt ist das gar nicht so schwer.
  2. WEBSITE
    Die Website ist die digitale Visitenkarte deines Unternehmens. Du kannst damit nicht nur jegliche Online-Werbung steuern, sondern auch über Google mit deinem Keyword gefunden werden.
  3. BRANDING
    Hier handelt es sich um die Strategie, Kunden durch Status zu gewinnen. Mit dem richtigen Branding kannst du dich als Experte in der Branche etablieren und wirst automatisch über Google gesucht & gefunden. Firmen wie Apple & Nike haben das Branding perfektioniert.
  4. ONLINE WERBUNG
    Offline & Printwerbung sind noch nicht tot, aber online hat man einfach viel mehr Möglichkeiten. Mit den Werbemanagern von Google & Facebook kannst du perfekt deine Zielgruppe ins Visier nehmen, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen.

Geheimtipp: Die Website kannst du gerne mit Wix, Jimdo oder Squarespace erstellen. Aber lass dir die SEO-Einstellungen vom Profi machen, damit du sicher auf Platz 1 bei Google landest.

5. Unternehmen & Management

Hier überlegst du dir alles von der Organisation der Firma bis hin zu den Personen, die darin mitwirken werden.

DIE PASSENDE RECHTSFORM
Bei der Wahl der Rechtsform ist es wieder an der Zeit, Experten ranzuholen. Unter gründerservice.at/ratgeber findest du die perfekte Hilfestellung dazu. Egal wie du dich später entscheidest, begründe die Wahl
deiner Rechtsform im Businessplan.
DER IDEALE STANDORT
In deinem Businessplan sollte unbedingt auch der Standort deines Unternehmens verankert sein, welche Vorteile er mit sich bringt & welche Tätigkeit dort ausgeführt wird.
Auch Faktoren wie genügend talentierte Arbeitskräfte & Umweltschutzauflagen, an die man nicht gleich denkt, sind sehr wichtig.
WER MACHT WAS
Beschreibe genau wer gründet & was er/sie im Unternehmen macht. Zum Beispiel befasst sich der Eine mit dem Marketing, während der Andere die Finanzen regelt. Plane außerdem die Anstellung von Mitarbeitern ein, bzw. auch die nötigen Services von Drittanbietern.

Die Swot-Analyse

Die SWOT-Analyse ist der perfekte Test, ob du schon alles über dein Vorhaben weißt & bereit für den Start bist.
Strenghts (Stärken)
Lerne die Stärken deines Teams & deiner Idee kennen. Vielleicht bist du mit deinem Wissen ein Top Geschäftsmann und kannst die Idee sofort großziehen.
Weaknesses (Schwächen)
Häufige Schwächen sind zum Beispiel die fehlende Planung oder die falsche Einschätzung des Umsatzes. Versuche, diese Fehler zu minimieren und lerne deine Schwächen kennen.
Opportunites (Chancen)
Wenn du in einem Markt starten willst, der z.B. gerade besonders aufstrebend ist, hast du sehr hohe Chancen, darin Erfolg zu haben. Rechne dir deine Chancen durch und schreib sie auf.
Threats (Gefahren)
Typische Gefahren sind, dass Kunden dein Produkt nicht wahrnehmen, schlechte Zahlungsmoral der Kunden oder die Auflösung des Teams und die dazugehörigen Streitigkeiten.

6. Erfolgs- & Finanzplanung

Ein sehr wichtiger Bereich, der oft vergessen wird, ist die Finanzplanung. Was sind meine Ausgaben, wie hoch sollen meine Einnahmen sein. Alles mit dem Ziel, am Ende Profite zu erwirtschaften.

DER UNTERNEHMERLOHN
Zuerst solltest du einmal berechnen, wie viel du dir selbst auszahlen musst, um zu überleben. Beispiel: Mit 2500€ brutto im Monat verdienst du mit 14 Gehältern 35.000€ im Jahr. Das sind für 12 Monate knapp 3000€ brutto, die du dir selbst auszahlen musst. Da kommen natürlich noch weitere Kosten hinzu, dazu komme ich jetzt.

SO VIEL BRAUCHST DU ZUM LEBEN
Erstelle eine Tabelle oder Grafik, in der du alle deine Ausgaben, die du jetzt hast, aber auch alle Ausgaben, die auf dich zu kommen, zusammenfasst.

Diese Zahlen solltest du kennen

Folgende Zahlen solltest du für die nächsten 3-5 Jahre durchrechnen. Am Besten wäre es, das erste Jahr zusätzlich noch mal in Monate zu unterteilen.

  1. ALLE AUSGABEN
  2. DIE GEWINNSCHWELLE
    Sie gibt an, ab wann man Gewinn macht. So berechnest du die Gewinnschwelle: Fixkosten / (Preis pro Stück – variable Kosten pro Stück)
  3. LIQUIDITÄTSPLAN
    Vor allem in den ersten Jahren kommen oft mehr Rechnungen auf einen zu, als man denkt. Deswegen sollte man immer liquide bleiben. Informiere dich dafür bei der Bank.
  4. BILANZ
    Eine einfache Gewinn- & Verlustrechnung für die nächsten 3-5 Jahre
  5. UMSATZZIELE
    Damit du das Wachstum deines Start-Ups messen kannst, musst du dir Umsatzziele setzen. Diese gehen oft Hand in Hand mit Maßnahmen wie einem größeren Büro oder dem Einstellen von Personal.
    FÖRDERUNGEN
    Um das alles stemmen zu können, findest du hier einen Link zu einer Förderstelle für österreichische Start-Ups: https://www.sfg.at/foerderungen/

7. Umsetzungsplanung

In der Umsetzungsplanung legst du deine persönlichen Ziele mit dem Start-Up fest. Siehe es als roter Faden für zukünftige Entscheidungen.

Wenn du Hilfe bei der Erstellung deines Businessplans brauchst, wende dich gerne an i2b.at. Diese Initiative geht von der Sparkasse und der WKO aus.

8. Anhang

Im Anhang befinden sich Dinge wie die Lebensläufe aller Gründer, eine Quellenangabe, Tabellen & Grafiken zur Schaustellung von Zahlen und auch ein mögliches Pitch- Deck.

Was kommt danach?

Wenn der Businessplan fertig ist, Investoren gefunden wurden & das Produkt perfektioniert wurde, geht es an den Aufbau einer Marke.
Hier fällt das Stichwort Branding.

Marketing ist, wenn ich eine Dame nach einem Date frage.
Branding ist der Grund, warum sie Ja sagt.

Wenn du auch deine Marke aufbauen willst, welche mit einem wiedererkennbaren Logo & einer effektiven Strategie ausgestattet ist, kontaktiere uns gerne hier: wearekilian.com/kontakt.

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Bring Klarheit in deine Marke.

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